iserlohn.erneuerbare-energie

Photovoltaik speichern ohne Batterie

Photovoltaik günstig speichern ohne Batterie. Mit diesen Tipps helfen Ihnen die Stadtwerke Iserlohn, mehr von Ihrem selbst produzierten Strom zu nutzen.

nachhaltig leben - STADTWERKE ISERLOHN

Photovoltaik ohne Batteriespeicher:
So gehts!

Die Energiekosten steigen rasant. Deswegen möchten immer mehr Solaranlagenbesitzer ihren produzierten Strom möglichst selbst verbrauchen, statt ihn einzuspeisen. Doch die Batteriespeicher schlagen mit vielen Tausend Euros zu Buche und die wirtschaftliche Rentabilität ist umstritten. Die Stadtwerke Iserlohn zeigen ihnen vier Alternativen zum teuren Solarakku

ISERLOHN erneuerbare energie

Wann lohnt es sich, den Eigenverbrauch zu steigern?

Im Grunde lohnt es sich immer, den selbst produzierten Strom auch selbst zu verbrauchen. Denn Sie müssen eigentlich nur die aktuellen Marktpreise mit Ihren Produktionskosten vergleichen. Und Letztere sind gerade mal halb so hoch, wie Strom derzeit kostet. Die Einspeisevergütung deckt diese Differenz in keinster Weise ab. Lukrativ ist es also allemal, seinen Strom möglichst selbst zu verbrauchen. Vor allem, wenn Sie eine Photovoltaikanlage besitzen, die kleiner als 10 kWp ist. Dann werden für den Eigenverbrauch nicht einmal Abgaben fällig.

Lohnt es sich demnach, einen Batteriespeicher zu kaufen?

Auch das kann man ausrechnen. Derzeit kostet es im Schnitt etwa 14,59 Cent, eine kWh Strom zu speichern. Natürlich ist der Preis abhängig vom gewählten Batteriespeicher, aber die Tendenz ist klar. Zuzüglich der Produktionskosten kostet es also in etwa so viel Strom zu speichern, wie ihn aus dem öffentlichen Netz zu beziehen. Rentabel ist das also eher nicht. Wir von den Stadtwerken Iserlohn verraten Ihnen jetzt, wie Sie ganz einfach ohne teuren Batteriespeicher mehr aus Ihrer Solaranlage ziehen.

Mit einem Smart Home den Stromverbrauch regeln

Passen Sie Ihren Stromverbrauch einfach Ihrer Stromproduktion an. Mit einem modernen Smart Home können Ihre großen Haushaltsgeräte automatisch zu Ihren Stromerzeugungspeaks betrieben werden. Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner beginnen also immer dann Ihre Arbeit, wenn die Sonne scheint und Ihre Solaranlage auf Hochtouren läuft.

Dabei können Sie die Geräte entweder manuell per App steuern oder Sie kaufen sich ein System, dass die Steuerung für Sie übernimmt und automatisch Geräte startet, wenn eine bestimmte Produktionsschwelle von Ihrer Solaranlage überschritten wird.

Die Sonne
schreibt keine Rechnung ...

smarte alternativen

Clever Akkus laden

In einem modernen Haushalt ist meistens schon einiges an Akkukapazität vorhanden. Tablets, Smartphones und Powerbanks sollten Sie fortan einfach tagsüber statt nachts laden. Haben Sie ein E-Bike oder einen E-Scooter? Auch das stecken Sie ab jetzt tagsüber zum Laden an den Strom. Sicherlich werden Sie damit keinen Solarspeicher ersetzen, aber wenn Sie das Nutzungsverhalten dauerhaft ändern, springen dabei durchaus ein paar 100 kW pro Jahr raus, die Sie sich im Netzbezug sparen können. Dafür, dass Sie bei dieser Methode null Investitionskosten haben, ist das doch gar nicht so schlecht.

Eine echte Alternative zum Batteriespeicher ist übrigens Ihr E-Auto. Das sollten Sie selbstverständlich auch tagsüber laden, wenn die Sonne scheint. Über eine bidirektionale Wallbox können Sie den Auto-Akku dann aber auch wieder anzapfen und den Strom für andere Dinge nutzen. So investieren Sie Ihr Geld statt in einen Solarspeicher einfach in ein E-Mobil und schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe.

Strom umwandeln und speichern

Besitzer einer Wärmepumpe, einer Gastherme oder eines Miniblockheizkraftwerkes haben die Möglichkeit, Strom ganz ohne Akku zu speichern. Nutzen Sie zum Beispiel Power-to-Gas und stellen Sie per Elektrolyse Ihr eigenes Methan her. Das verbrennen Sie dann in Ihrer Gastherme zum Heizen oder wandeln es mit einem Mini-KWK wieder in Strom um. Bei den derzeitigen Gaspreisen eine echte Überlegung. Ganz ähnlich funktioniert auch Power-to-Liquid. Hier stellen Sie jedoch flüssigen Kraftstoff her.

Mit einem Erdwärmespeicher können Sie überschüssigen Strom in thermische Energie umwandeln und diese im Erdreich oder, wo das nicht möglich ist, in einem großen unterirdischen Pufferspeicher vorhalten. Bei Bedarf können Sie diese gespeicherte Energie dann abrufen und in Strom oder Heizenergie umwandeln.

Strom virtuell speichern

Wenn Sie keinen eigenen Speicher kaufen möchten, können Sie sich auch auf einem virtuellen Speicher einbuchen. Viele kennen das System von der Datencloud, bei der Sie Ihre Fotos, Musik und Dokumente auf einem virtuellen Speicher ablegen. Das gibt es auch für Strom.

Natürlich legen Sie dabei nicht Ihren persönlich produzierten Strom im Speicher ab, sondern müssen sich das Ganze eher wie ein Bankkonto vorstellen. Sie legen zu viel produzierten Strom auf ein Stromkonto virtuell ab und können ihn von dort jederzeit wieder abbuchen. Praktisch ist, wenn Sie mehrere Haushalte in Ihre Cloud einbinden. Dann können Sie zum Beispiel in Ihrem Ferienhaus den Strom abbuchen, den Sie an Ihrem Hauptwohnsitz produzieren.

Gemeinsam Stark

Speicher mit anderen teilen

Der letzte Tipp ist keine Alternative zum Stromspeicher, sondern kann Ihnen helfen, dessen Kosten zu senken. Sie können nämlich die Kapazität Ihres Solarspeichers zum Teil Ihrem Netzanbieter zur Verfügung stellen und damit der Gemeinschaft.

Der Netzanbieter hat dabei den Vorteil, ein dezentrales Back-up-System zu nutzen. Weil es nämlich immer mehr Solaranlagen auf Deutschlands Dächern gibt, steigt auch die Netzlast zu den Peakzeiten stark an. Darauf muss der Netzbetreiber regulierend eingehen, sonst droht eine Netzüberlastung. Mit einem Back-up-Speichersystem sichern sich Netzbetreiber gegen dieses Szenario ab. Die dezentralen Lösungen unterstützen die Mega-Speicher, wie zum Beispiel Stauwerke.

Schwarmbatterien werden meist als Komplettpakete angeboten und funktionieren nach folgendem Prinzip: Sie kaufen den Solarspeicher und erwerben gleichzeitig das Recht, eine bestimmte Strommenge kostenfrei zu beziehen. Im Gegenzug stellen Sie eine bestimmte Kapazität der Gemeinschaft zur Verfügung. Die Batteriespeicher sind übrigens mit intelligenter Technik ausgerüstet und verwalten sich komplett selbst.

ISERLOHN erneuerbare energie

Ein abschließender Tipp

Egal, für welche Alternative Sie sich entscheiden, rechnen Sie immer alles mit einem Fachmann in Ruhe durch. Oftmals ergeben sich auch Unterschiede bei der Wahl der Anbieter. So behalten einige Stromcloud-/ Schwarmbatteriebetreiber die Einspeisevergütung ein und andere zahlen diese ganz oder nur zum Teil aus. Welche Lösung für Sie letztlich am besten ist, entscheiden Kosten und individuelle Möglichkeiten vor Ort.