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Die EEG-Neuerung
Förderende für Wind

Die EEG-Neuerung 2021 bedeutet das Aus für viele Windkraftanlagen.
Welche WKA trotzdem noch Förderung erhalten, lesen Sie hier.

Windkraft ISERLOHN erneuerbare energie

EEG Novelle 2021
Flaute gesetzlich verankert

Das ursprüngliche EEG Gesetz wurde vor zwei Jahrzehnten verabschiedet. Der damals festgeschriebene Förderzeitraum über 20 Jahre ab der Inbetriebnahme von Windkraft-Anlagen läuft nun für die ersten Windenergieanlagen aus. Der Umgang mit diesen Alt-Anlagen aber auch der Bau von zukünftigen Windkraftanlagen musste neu geregelt werden. Dadurch und durch Vorgaben der EU-Richtlinie REDII zu erneuerbaren Energien kam es zur EEG-Novelle 2021, die im Januar dieses Jahres in Kraft trat.

Welche Ziele werden mit der Novelle des EEG verfolgt?

Die Kapazitäten der Windkraft an Land soll verdoppelt und die auf See um etwa 20 GWh erhöht werden. Bis zum Jahr 2030 sollen dann mindestens 65 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien bestritten werden. Das neue EEG 2021 verfolgt dabei erstmals mit definierten Ausbau- und Strommengenpfaden eine konkrete Strategie des Zuwachses. Als weiteres Ziel wurde formuliert, dass Deutschland im Strombereich bis zum Jahr 2050 CO2-neutral werden soll. Das EEG räumt allerdings den Bundesländern im Bereich der Windkraft eine Öffnungsklausel ein, sodass diese regionale Entscheidungsbefugnis erhalten. Das gereicht nicht unbedingt immer zum Vorteil für diese Energieform, denn sie kann damit auch als Politikum missbraucht werden.

Breitere Akzeptanz neuer Anlagen durch Beteiligungsmöglichkeiten

Das EEG erlaubt in seiner neuen Fassung Windkraftanlagenbetreibern an Land, die Standortgemeinden an dessen Erträgen zu beteiligen. Der Betreiber darf, auf freiwilliger Basis, den betroffenen Kommunen bis zu 0,2 Cent pro erzeugter kWh zahlen. Welche Gemeinde betroffen ist und welche nicht, wird dabei genau definiert. Von der Turmmitte der Windkraftanlage muss sich die Gemeinde in einem Radius von 2,5 km befinden. Sind mehrere Gemeinden betroffen, wird anteilig der Gemeindegröße aufgeteilt. Der Anlagenbetreiber bekommt diese Zahlungen vollständig durch den Netzbetreiber aus der EEG-Umlage erstattet. Durch diese Maßnahme erhofft sich der Staat mehr Zuspruch bei der Planung neuer Windkraftanlagen in der Bevölkerung. Diese Regelung gilt im Übrigen auch für PV-Freiflächenanlagen.

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Neue
Einspeisevergütung

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Neue Einspeisevergütung für ausgeförderte Anlagen an Land

Für Anlagen, die aufgrund des Alters keine Förderung mehr erhalten, gibt es eine Übergangsregelung, um deren Betrieb weiterhin finanziell attraktiv zu halten.
Die Windkraftanlagen werden hierfür in drei Kategorien unterschieden:

Kleinanlagen bis 100 kW an Land oder zu Wasser -> erhalten eine Anschlussvergütung bis 2028

Windenergieanlagen über 100 kW an Land (Onshore) -> erhalten eine Anschlussvergütung bis 2023

Windkraftanlagen auf See über 100 kW (Offshore) -> erhalten keine Förderung mehr

Bis zum Jahr 2023 erhalten die Betreiber für Post EEG-Anlagen kleiner 100 kW oder von Onshore-Anlagen eine Anschlussvergütung. Diese setzt sich aus dem Monatsmarktwert abzüglich einer Vermarktungspauschale zuzüglich folgender Leistungsvergütungen zusammen:

1 Cent pro Kilowattstunde für Strom, der bis einschließlich Juni 2021 erzeugt worden ist.

0,5 Cent pro Kilowattstunde für Strom, der von Juli bis einschließlich September 2021 erzeugt worden ist.

0,25 Cent pro Kilowattstunde für Strom, der von Oktober bis einschließlich Dezember 2021 erzeugt worden ist.

Nach 2021 sinkt der Betrag kontinuierlich ab.

Von 2023 bis 2028 werden nur noch Kleinanlagen unter 100 kW anschlussvergütet.

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Möglichkeiten für Post-EEG Offshore-Windkraft-Anlagen

Ausgeförderte Anlagen können den Strom auch direkt vermarkten, haben dann aber Vorgaben zur Nutzung intelligenter Messsysteme und die Regelungen zur Messung der Ist-Einspeisung zu beachten. Der Netzbetreiber muss über die Direktvermarktung informiert werden. Hat man sich für die Direktvermarktung entschieden, erhält man keine Einspeisevergütung mehr. Die Vermarktungsform kann man in 2021 einmal wechseln. Förderung für das Jahr 2022 gibt es nicht mehr. Wird die Anlage infolgedessen abgeschaltet oder abgeregelt, erhält der Betreiber eine Entschädigung.
Experten kritisieren diese Regelung. Sie sagen voraus, dass dadurch etwa 2000 MWh Strom aus Wind pro Jahr in Deutschland wegfallen wird.

 

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Warum gibt es Ausschreibungen mit Kapazitätsgrenzen im EEG?

Die EEG-Vergütung hängt mit der Systematik der erzielbaren Strompreise an der Strombörse zusammen. Gibt es zu viel Strom im Netz, rutscht der Strompreis in den negativen Bereich. Der Staat springt ein und gleicht das durch Fördergelder aus. Deswegen ergibt es Sinn, die Strommenge am Markt zu regulieren und fossile Kraftwerke in dem Maße abzuregeln, in dem man erneuerbare Energien ausbaut. So bleibt die Strommenge konstant und der Strompreis stabil.

Bis 2030 soll der Anteil von Solar- und Windenergie an Land verdoppelt werden. Mit festen Ausschreibungsterminen und -mengen will die Regierung diesen Ausbau steuern. Betreiber müssen künftig ihre geplante Stromproduktion vorab bei einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur anmelden und einen Zuschlag bekommen. Nur dann erhalten Sie auch die volle Förderung. Die südlichen Bundesländer werden beim Zuschlag bevorzugt, da hier in den nächsten Jahren besonders viele fossile Kraftwerke wegfallen, aber ein hoher Energiebedarf herrscht.

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Ausschreibungsmengen für Windenergie an Land

Das Ausschreibungsvolumen für das Jahr 2021 beträgt 4500 Megawatt. Dieses Volumen steigt jährlich um 4000 Megawatt bis zum Jahr 2028. Die Ausschreibungsmenge wird mit den bereits tatsächlich installierten Megawatt-Menge verrechnet, sodass nur freie Mengen ausgeschrieben werden. Die Bundesnetzagentur überwacht und reguliert das. Bis 2030 sollen 71 Gigawatt Windenergie an Land installiert sein.

 

 

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Fördergeldregelungen im EEG 2021

Wenn sich die Planung einer Windkraftanlage etwas länger hinzieht und im Laufe dieser Zeit technische Neuerungen auf den Markt kommen, können diese ohne neuen Förderantrag berücksichtigt werden. Allerdings darf die ursprünglich angegebene Leistung um nicht mehr als 15 Prozent überschritten werden. In begründeten Fällen kann das Windkraftprojekt um bis zu 18 Monaten verlängert werden, ohne dass der Anspruch auf Förderung verfällt.

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Fazit: Wind ist der Verlierer im neuen EEG 2021

Die Windkraft bleibt das Stiefkind des EEG. Technologisch wurde die Effizienz in den letzten Jahren stark erhöht und Wind hätte das Potenzial einen wichtigen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Durch die Öffnungsklausel für die Bundesländer können aber entweder regional begünstigende Bedingungen oder verhindernde Bedingungen geschaffen werden. Bestes Beispiel dafür ist die Abstandsregelung zur nächsten Siedlung, die je nach Bundesland unterschiedlich ist. Durch das Auslaufen der gut funktionierenden Alt-Anlagen wird Windkapazität verschwinden, ohne dass es schnellen Ersatz dafür gibt.

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