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Energiewende Iserlohn

EEG-Novelle 2021
Lichtblick für alte PV-Anlagen

Die EEG-Novelle 2021 bietet finanzielle Entlastungen beim Betrieb ausgeförderter PV-Anlagen. 

Diese Förderungen erhalten Sie für Ihre alten Solaranlagen!

Erneuerbare Energie Iserlohn

Die EEG-Novelle 2021- lebensverlängernde Maßnahmen für Photovoltaik-Anlagen

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist seit dem Jahr 2000 in Kraft und wurde erlassen, um den Ausbau erneuerbarer Energien voranzubringen. Mit dem Gesetz fest verbunden sind Förderungen für diese Form der umweltfreundlichen Energieerzeugung. Das Gesetz hat in zwei Jahrzehnten Wirkung gezeigt und so wurden im Jahr 2020 etwa 50 Prozent des deutschen Stromverbrauches aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt.
Heute laufen die Förderungen der zu Beginn erbauten Anlagen kontinuierlich aus. Mit einer Novelle des Gesetzes, die zum 01.01.2021 durchgeführt wurde, schuf der Gesetzgeber eine zeitgemäße Basis, um den Umgang mit diesen ausgeförderten Anlagen zu regeln sowie die Vorgaben aus der EU-Richtlinie RED II zu erfüllen.

Photovoltaik für Iserlohn

Die Novelle des EEG verfolgt ambitionierte Ziele

An vorderster Stelle der Bemühungen des Bundes steht die Einhaltung der Klimaziele bis 2030. Dafür muss der Ausbau der erneuerbaren Energien weiterhin vorangetrieben werden, denn bis dahin sollen mindestens 65 Prozent des Stromverbrauches aus nachhaltigen Energiequellen stammen. Es handelt sich um circa 580 TWh, die erstmals in der EEG-Novellierung in Ausbau- und Strommengenpfaden konkret dargestellt werden. Langfristig soll Deutschland in Bezug auf die Herstellung elektrischer Energie bis 2050 CO2-neutral werden. Damit diese Ziele erreicht werden können, wurden außerdem Handlungsmöglichkeiten für den Gesetzgeber geschaffen, um auf Zielverfehlungen zu reagieren.

Photovoltaik Anlagen Iserlohn

Licht ins Dunkel

Smarte Messgeräte für neue Photovoltaik-Anlagen ab 2021

Wieviel Strom tatsächlich zu jedem Zeitpunkt eingespeist wird, ist in Echtzeit gar nicht so einfach zu beziffern, denn dafür braucht es Technik, die über ein Kommunikations-Gateway verfügt, um Produktion und Verbrauch der Haushalte stetig abzufragen. Neu im EEG ist deshalb die Einbaupflicht sogenannter Smart-Meter bei Photovoltaik-Neuanlagen ab 25 kW Leistung, um die Ist-Einspeisung zu überwachen und die Technik fernzusteuern.

Solaranlagen, die sich zwischen 7 kW und 25 kW Leistung bewegen, müssen zumindest eine technische Vorrichtung besitzen, mit deren Hilfe über ein Smart-Meter Gateway, die Ist-Einspeisung einzusehen ist. Das bedeutet für die Besitzer von PV-Anlagen in dieser Größenordnung, dass sie entsprechende Messgeräte in Form von Smart Metern einbauen lassen müssen. Das passiert in der Praxis durch den Messstellenbetreiber, der diese Verordnungen umsetzt und die Messeinrichtungen entsprechend einbaut. Der Anlageneigentümer/-betreiber muss sich da nicht extra „kümmern“. Unter Digitalisierungs-Aspekten ist die Neuerung top. In der Praxis steigen dadurch aber die Kosten für den Betrieb einer PV-Anlage.

 

Neues Ausschreibungsverfahren mit Kapazitätsgrenzen im EEG

Die EEG-Vergütung ist eng mit den Strompreisen an der Strombörse verknüpft. Gibt es zu viel Strom im Netz, erzielt man einen negativen Strompreis, der dann durch den staatlichen Fördertopf aufgefangen wird. Kann man den Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu einem guten Preis verkaufen, ist der Förderanteil aus dem staatlichen Topf geringer.

Baut man nun sehr viel erneuerbare Energie zu, drosselt aber die fossilen Kraftwerke im Gegenzug nicht, kommt es zwangsläufig zu einer Überproduktion. Das staatliche Fördersystem würde über die Maße beansprucht.

Zubau erneuerbaren Energien müssen also in dem Maß erfolgen, wie fossile Kraftwerke wegfallen. Ziel ist es, den Anteil von Solar- und Windenergie (Onshore) bis 2030 zu verdoppeln. Um das besser steuern zu können, wurden feste Ausschreibungstermine und die Menge der Ausbaukapazität bestimmt. Vereinfacht gesagt, muss man seine geplante Strommenge zu diesen Terminen zur Förderung anmelden. Wurde die Ausbaukapazität in einem Jahr nicht voll ausgeschöpft, kann im nächsten Jahr mehr gefördert werden oder umgekehrt. Das nennt sich „atmender Deckel“. Die Ausschreibungstermine, die je nach Technologie unterschiedlich sind, sind immer im Frühling und im Herbst eines Jahres und im EEG veröffentlicht. Die Bundesnetzagentur ist die ausschreibende Behörde, die über die genauen Ausschreibungsbestimmungen vor den Terminen informiert.

Die Ausschreibungsverfahren für Solaranlagen im Detail

Große Anlagen mit einer installierten Leistung ab 750 kW, in oder auf Gebäuden sowie an Lärmschutzwänden unterliegen der Ausschreibungspflicht, die man berücksichtigen muss, um Fördergelder aus dem EEG in Anspruch zu nehmen.

Die Solaranlage auf dem Dach mit einer Leistung zwischen 300 und 750 Kilowatt kann an den Ausschreibungen des zweiten Segments teilnehmen und somit einen Vergütungsanspruch auf die vollständige Produktionsmenge der Anlage erhalten. Nimmt der Betreiber dieser Anlage nicht an der Ausschreibung teil, sondern zieht die gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung vor, werden nur noch 50 Prozent der erzeugten Strommenge eines Jahres vergütet. Die übrige Strommenge muss der Anlagenbetreiber entweder selbst verbrauchen oder direkt vermarkten. Damit möchte der Gesetzgeber zur Teilnahme an den Ausschreibungsverfahren motivieren, da dann die Produktionskapazitäten in Deutschland besser sichtbar und steuerbar sind.

Um PV-Freiflächenanlagen zu bauen, müssen zu den Ausschreibungsterminen die Fördergelder beantragt werden. Das Ausschreibungsvolumen für PV-Freiflächenanlagen beträgt 1.850 Megawatt zu installierender Leistung 3.600 Megawatt für das Jahr 2022. Die genauen Ausschreibungsbedingungen werden fünf bis acht Wochen vor dem jeweiligen Termin veröffentlicht.

Was passiert mit den ausgeförderten Solaranlagen?

Die EEG-Förderung gibt es ab dem Inbetriebnahmetag für 20 Jahre. Als ausgeförderte Anlagen gelten alle Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energien, die vor dem 01.01.2001 in Betrieb genommen wurden. Doch wie geht es weiter, wenn Anlagen aus dem Förderzeitraum fallen?

Im EEG-2021 wurde eine gesonderte Einspeisevergütung für betroffene Anlagen festgeschrieben. Die Marktprämie entfällt ganz. Bei ausgeförderten PV-Anlagen kleiner 100 kW berechnet sich die Einspeisevergütung nun nach dem Jahresmarktwert abzüglich einer gesetzlichen Vermarktungspauschale von 0,4 Cent/kWh in 2021, die dem Netzbetreiber zusteht.

Für Anlagen größer 100 kW Leistung kann der Strom über einen Direktvermarkter verkauft werden und Sie sind verpflichtet, sich diesen selbst zu suchen. Eine Abnahmepflicht der Netzbetreiber gibt es hier nicht mehr. Beachten Sie, dass Alt-Anlagen über 30 kW einen Smart-Meter zur Ist-Erfassung der Strommenge installieren müssen.

Ihr Netzbetreiber informiert Sie über den Auslauf der Förderung. Da aber technische Anpassungen nötig sind und eventuell ein Direktvermarkter gesucht werden muss, sollten Sie sich selbst rechtzeitig darüber Gedanken machen, wie Sie zukünftig den Strom Ihrer PV-Anlage nutzen wollen.

Beziehen Sie auch eine Eigenstromnutzung oder die Neuinstallation einer modernen Anlage in Ihre Überlegungen mit ein. Für Letzteres würden Sie übrigens wieder eine Förderung für die nächsten 20 Jahre bekommen.

Neuerungen bei der Eigenversorgung und dem Mieterstrom-Modell

Der Gesetzgeber möchte die Stromeigennutzung durch das neue EEG 2021 stärken. Daher sind kleine Anlagen bis 30 kW von der EEG-Umlage befreit. Das macht es für Eigenheimbesitzer attraktiv, eine PV-Anlage zu installieren und den Strom selbst zu nutzen.

Eine besondere Art der Eigennutzung ist der Mieterstrom. Hierbei installiert der Vermieter auf seinem Mietshaus PV-Dachanlagen und stellt den daraus gewonnenen Strom seinen Mietern zur Verfügung.
In der Vergangenheit stieß das Mieterstrom-Modell aufgrund zahlreicher gesetzlicher Hürden und komplizierter Regelungen auf wenig Gegenliebe. In der Konsequenz blieben die großen Dachflächen auf Mietshäusern oft ungenutzt. Um dieses Potenzial für die Stromgewinnung aus Photovoltaik zu erschließen, war die Reform des Mieterstrom-Modells dringend notwendig. So entfällt ab 2021 die Gewerbesteuer und die Mieterstromzulage wurde angehoben, um das Angebot attraktiver zu machen.

Auch die ehemalige Lieferkettenproblematik ist gelöst: Ab 2021 wird explizit erlaubt, dass die Abwicklung des Mieterstrommodells nicht nur durch den Anlagenbetreiber selbst, sondern auch durch einen Dienstleister abgewickelt werden darf. Das gibt dem Vermieter die Möglichkeit, weiter Förderungen für seine Anlage zu beziehen.

Der Anspruch auf Mieterstromzuschlag wird nun innerhalb eines Quartiers genehmigt. Damit können auch Nachbarhäuser mit Strom versorgt werden. Leider erlaubt der Gesetzgeber weiterhin nur die Installation auf Wohngebäuden und klammert somit die Erschließung beispielsweise von Garagendächern aus. Der Anspruch auf den Mieterstromzuschlag besteht außerdem nur bei Anlagen bis 100 Kilowatt.

Iserlohn – Energiewende

Fazit – erkennbarer Wille, aber zu wenig Schlagkraft

Das EEG 2021 hat in erster Linie den Umgang mit den Alt-Anlagen geregelt und die Weichen für die Erreichung der Klimaziele nach dem Pariser Abkommen gestellt, in dem planbare Energiemengen definiert wurden. Der Verfassungsgerichtshof hat jedoch die Bundesregierung gerügt, dass sie nicht genug gegen den Klimawandel tue, was auch Kritiker dieses Gesetzes bestätigen, da es noch immer zu bürokratisch, zu kompliziert und zu wenig ambitioniert sei.

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